Keine »Vercleesung« unserer Stadt!

Von der längsten bewohnbaren Schallschutzmauer im Wuppertaler Westen, über die Sozialwohnungen mit angeschlossener Turnhalle an der Gathe bis hin zum Wicküler-Park - alles sind unliebsame Entwicklungen unter den Fittichen von Herrn C.
Eigentümer von Baudenkmälern rennen den Bediensteten in den Ämtern hinterher, um vielleicht doch eine Genehmigung für Kunststoffenster oder die Schüssel auf dem Dach zu bekommen - spendenwillige Investoren wie den Herrn C. begrüßt man mit Rotweinrunden.
So oder ähnlich muß wohl auch die Planung der »Stadtvillen« an der Katernberger Straße vonstatten gegangen sein. Anstatt 3 Wohnungen plant man jetzt 30 auf der gleichen Fläche.
Bemerkenswert: Der Originalplan des Schaffstales -früher: Schafstall- ist nicht auffindbar. Man hat dort damals vorhandene Straßen schwarz, geplante Straßen rot eingezeichnet. So konnte man unterscheiden, wo Baurecht besteht und wo nicht. Als Grundlage für die fünf »Stadtvillen« hat man nun eine s/w-Microfiche-Kopie genommen, in der die rot eingezeichneten Straßen nicht von den schwarzen zu unterscheiden sind. Also, so sagte man sich wohl bei der Rotweinrunde, besteht überall Baurecht - auch in zweiter Reihe. Dieser Auslegung hat allerdings das Oberverwaltungsgericht Münster einen Riegel vorgeschoben.

Die Entwicklung im Schafstall ab 1700

Auf 1701 wird das Fachwerkhaus »Am Schaffstal 1« datiert (Denkmal Nr. 2966), das durch Gerhard Conen erbaut wurde. Bereits 1633 wird die alte Orts- und Hofbezeichnung als Sitz eines Hofgerichtes erwähnt. 1834 erwarb der Ackerer Johann Heinrich Knappertsbusch das Gut und erweiterte es durch eine Kornbrennerei an der Funckstraße 97-99 (Denkmal Nr. 3272). Heute wird das Fachwerkhaus als Wohngebäude benutzt.

Lucas-Villa an der Katernberger Straße 138

DIe zweigeschossige Villa am oberen Rand des Schaffstals wurde 1904 von der Bauunternehmung Alfred Frese geplant und für den Fabrikanten Gottfried Lucas mit Jugendstilelementen gebaut. In der Denkmalliste steht ausdrücklich: »Zu dem Gebäude gehört ... die Grundstückseinfriedung mit schmiedeeisernem Gitterzaun auf Werksteinsockel mit zweiflügeligen Gittertoren.«

Wieso wird dann der Gitterzaun dank des großen »C« entfernt?

Die Auswirkungen der Clees-Bauten

Selbst die wahrscheinlich genehmigungsfähige Vorderfront erschlägt die Lucas-Villa. Auf Sichtachsen wird man sich nicht berufen können, da lt. Luftbildaufnahmen von 1997 an der Katernberger Straße entlang Bäume standen. Trotzdem paßt die Bebauung in die Umgebung wie die Faust auf's Auge.

Zu den Bildern: »Schwenk« vom Tal aus von West nach Ost (rechts nach links), sowie Straßenansicht. Im Vordergrund ist talaufwärts die Tiefgarage zu erkennen.